Die meisten „Mein Tool-Stack“-Posts sind heimlich Angeberei: eine endlose Liste von Apps, die irgendwer mal installiert hat. Mich interessiert das Gegenteil. Nicht, was ich ausprobiert habe — sondern was nach Jahren übrig geblieben ist. Was jeden Tag läuft, weil ich ohne es schlechter arbeite.
Bei mir sind das zwei Welten: die digitale Werkstatt, in der gedacht und gebaut wird — und das kreative Handwerk, mit dem ich seit über zehn Jahren Kundenprojekte umsetze. Hier kommt beides.
Das zweite Gehirn: wo gedacht wird
Obsidian ist der Kern. Alles, was ich denke, lese oder lerne, landet hier — Journal, Kontakte, Projekte, Ideen — als simple Textdateien, die mir gehören und nicht verschwinden, wenn ein Anbieter den Preis verdreifacht. Mein Kopf ist voll, Obsidian ist der Ort, an dem es ruhig wird.
MacWhisper ist mein heimlicher Liebling. Ich tippe meine Prompts nicht — ich spreche sie. Ein Tastatur-Shortcut, gedrückt halten, reden, fertig. Für die Arbeit mit Claude Code ist das ein Gamechanger: Sprache ist deutlich schneller als Tippen, und weil ich meistens im Homeoffice sitze, stört es auch niemanden. Es klingt nach einer Kleinigkeit, erleichtert mir den Alltag aber massiv.
Ein Tool, über das du nachdenken musst, ist ein schlechtes Tool. Die besten verschwinden in deinem Workflow.
Claude ist mein Sparringspartner — der Kollege, der immer Zeit hat. Ideen sortieren, Texte schärfen, Code schreiben, Entscheidungen durchspielen. Der Trick ist nicht, ihn alles machen zu lassen, sondern ihn als Gegenüber zu nutzen, das mir ehrlich widerspricht. Diese Seite ist zu großen Teilen im Dialog mit Claude entstanden — eingesprochen über MacWhisper.
n8n ist der Kleber dazwischen. Sprachnachricht rein, Transkript raus, sortiert nach Obsidian, eine Aufgabe wandert nach Todoist. Solche Ketten baue ich mir selbst zusammen — self-hosted, ohne Abo, ohne Limit.
Todoist ist, wo Gedanken zu Taten werden. Obsidian zum Denken, Todoist zum Tun. Bei ADHS überlebenswichtig: Was nicht in einem System steht, das mich zur richtigen Zeit anstupst, passiert nicht.
Das Handwerk: wo produziert wird
Die andere Hälfte meines Stacks ist klassisches Kreativ-Werkzeug — damit verdiene ich seit zehn Jahren mein Geld.
Premiere Pro ist mein Schnittplatz. Jedes Kundenvideo wird hier geschnitten, das ist mein Zuhause für Videoproduktion.
After Effects kommt dazu, wenn sich etwas bewegen soll: Motion Graphics, Text, der reinfliegt, kleine Animationen. Oft im Zusammenspiel mit Premiere — neulich wollte ein Kunde eine Motion Graphic mit einfliegendem Text, gebaut in After Effects, eingebunden im Premiere-Schnitt. So kann ich mehr anbieten als reine Schnitte.
Photoshop ist für die klassische Bildbearbeitung — für Kundenprojekte genauso wie für diese Website. Brauche ich regelmäßiger, als man denkt.
Kommunikation: Slack
Sobald es um Loop Studio geht, bin ich ständig in Kontakt — mit meinen Programmierern, mit dem Team und mit Kunden. Slack ist der Ort, an dem das zusammenläuft. Kurze Wege, klare Threads, nichts geht in einem E-Mail-Postfach unter.
Das Prinzip dahinter
Kein Tool ist hier, weil es gerade hip ist. Jedes macht genau eine Sache, und zusammen ergeben sie ein System, das für mich arbeitet statt umgekehrt. Ich habe genug ausprobiert, das wieder rausgeflogen ist — übrig bleibt, was sich jeden Tag verdient. Wenn 2027 etwas Besseres kommt, fliegt auch davon was raus. Bis dahin: das hier läuft.

