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Warum ich diese Seite selbst gebaut habe

Vor ein paar Wochen saß ich mit einem befreundeten Unternehmer beim Kaffee. Er hatte gerade meine neue Seite gesehen und fragte, halb anerkennend, halb genervt: „Warum baust du das alles selbst? Nimm doch einen Baukasten, du hast Besseres zu tun.“ Eine berechtigte Frage. Und trotzdem habe ich jede einzelne Zeile dieser Website selbst geschrieben. Nicht aus Prinzip — sondern weil ich aus zehn Jahren Selbstständigkeit eine Sache gelernt habe: Die Werkzeuge, die du nicht verstehst, kontrollieren irgendwann dich.

Der Baukasten-Reflex

Baukästen sind großartig — bis zu dem Moment, in dem du etwas willst, das der Baukasten nicht vorgesehen hat. Dann beginnt das Kämpfen: gegen Templates, gegen Limits, gegen „das geht in diesem Plan leider nicht“. Du verbringst mehr Zeit damit, das Tool zu überlisten, als das eigentliche Problem zu lösen.

Bei einer selbstgebauten Seite ist es genau umgekehrt. Sie kann exakt das, was ich brauche — und nichts, was ich nicht brauche. Kein Ballast, keine 14 Plugins, die sich gegenseitig ausbremsen. Wenn etwas nicht so funktioniert, wie ich will, ändere ich es. Punkt.

Die teuerste Lösung ist die, die du nicht verstehst. Weil du irgendwann für jede Kleinigkeit jemanden brauchst.

Eine Website ist auch ein Werkzeug

Ich behandle meine Seite wie ich auch meine Kamera oder mein Schnittprogramm behandle: als Werkzeug, das ich bis in die Tiefe kennen will. Wenn ich weiß, wie etwas gebaut ist, kann ich es reparieren, erweitern, automatisieren. Ich bin nicht abhängig von einem Support-Ticket oder einem teuren Agentur-Retainer.

Und genau hier schließt sich der Kreis zu dem, was ich beruflich mache: Systeme bauen, die für Menschen arbeiten — nicht umgekehrt. Eine Website, die ich selbst in der Hand habe, ist das ehrlichste Beispiel dafür.

Was „selbst gebaut“ konkret bringt

Es klingt nach mehr Aufwand, und am Anfang ist es das auch. Aber was ich dafür zurückbekomme, ist jeden Abend extra wert:

  • Tempo. Kein aufgeblähter Page-Builder, der bei jedem Scroll ruckelt. Die Seite lädt schnell, weil nichts drauf ist, das nicht drauf sein muss.
  • Keine fremden Abhängigkeiten. Kein Abo, das plötzlich teurer wird. Kein Anbieter, der über Nacht ein Feature streicht.
  • Automatisierbarkeit. Weil ich die Struktur kenne, kann ich neue Inhalte später über n8n automatisiert einkippen — genau dieses Journal hier ist dafür vorbereitet.

Der eigentliche Grund

Wenn ich ehrlich bin, geht es um mehr als Technik. Ich nenne mich manchmal scherzhaft „Online-Klempner“: jemand, der versteht, wie die Rohre hinter der schönen Oberfläche verlaufen. Diese Haltung ist der Kern von allem, was ich tue — bei Outreel, bei Loop Studio, in meinem Second Brain. Ich will nicht nur, dass etwas funktioniert. Ich will wissen, warum es funktioniert.

Diese Seite ist also kein Tech-Flex. Sie ist ein Statement: Ich baue lieber etwas Eigenes, das ich verstehe, als etwas Fertiges, das mir gehört, ohne dass ich es je begreife. Und falls du dich beim Lesen wiedererkannt hast — willkommen in der Werkstatt. Genau darüber schreibe ich hier.